Legiano, das südliche Stadteil von Lugano, ist weit mehr als nur ein Wohngebiet am Lago Maggiore. Hier verschmelzen moderne Infrastruktur mit historischer Substanz, und die Stadtbehörden setzen auf innovative Ansätze, um den wachsenden Bedarf an Wohnraum und Mobilität zu bewältigen. Doch hinter den sichtbaren Projekten steckt ein komplexes Netzwerk aus politischen Entscheidungen, städtischen Partnern und technologischen Lösungen, das die Zukunft der Region prägen wird. Die Stadtverwaltung hat sich in den letzten Jahren zu einem Vorreiter in nachhaltiger Stadtplanung entwickelt – doch wie genau funktioniert das konkret?
Von der Industriezone zur lebendigen Stadt
Legiano war einst ein Industriegebiet mit Produktionsstätten für die lokale Textil- und Lebensmittelindustrie. Doch seit den 1990er-Jahren hat sich das Bild radikal gewandelt. Heute ist der Ort ein Mix aus Wohnvierteln, Gewerbegebieten und einem wachsenden Dienstleistungssektor. Besonders beeindruckend ist das Projekt „Legiano 2030“, das bis 2030 15.000 neue Wohnungen schaffen soll – ein Ziel, das vor allem durch den stetigen Anstieg der Bevölkerung in der Region bedingt ist. Die Stadt hat hier eine klare Vision: „Legiano soll nicht nur wachsen, sondern auch die Lebensqualität für seine Bewohner steigern.“
Ein zentraler Baustein ist die Umnutzung alter Produktionshallen in gemischte Wohn- und Geschäftszentren. Das bekannteste Beispiel ist das Areal am „Piazza della Repubblica“, wo seit 2018 das „Legiano Center“ entsteht – ein modernes Einkaufs- und Kulturzentrum mit über 100 Läden. Doch auch die öffentliche Verkehrsanbindung wurde massiv ausgebaut. Die neue U-Bahn-Linie T1, die ab 2025 den Verkehr zwischen Lugano und Legiano beschleunigen soll, wird das Pendeln für Pendler deutlich erleichtern. „Ohne diese Investitionen wäre Legiano heute noch ein Ort mit überlasteten Straßen und stundenlangen Fahrzeiten“, sagt Marco Rossi, Leiter des Stadtplanungsamtes.
Nachhaltigkeit als Leitbild
Legiano setzt auf grüne Technologien und energetische Sanierungen, um den ökologischen Fußabdruck der Stadt zu minimieren. Ein besonderes Projekt ist das „Legiano Solarpark“, ein Gemeinschaftsprojekt mit lokalen Bürgern, das 2022 in Betrieb ging. Der Park deckt rund 30 % des Strombedarfs des Stadtteils und wurde mit Unterstützung der Stadtverwaltung entwickelt. Zudem wurden alle neuen Wohngebäude seit 2020 streng nach den Vorgaben der „Energieeffizienzrichtlinie“ 2020/21 gebaut. Hier stehen unter anderem Dämmstandards, Solaranlagen und Wärmepumpen im Fokus.
Ein weiteres Highlight ist das „Legiano Wasserprojekt“, das Regenwasser aus den Straßen und Plätzen in die Kanalisation leitet und so die Grundwasserspiegel stetig senkt. Die Stadt hat hier eine Partnerschaft mit dem „Fondo Ambiente Italiano“ geschlossen, um langfristige Lösungen für die Wasserversorgung zu finden. „Legiano zeigt, dass nachhaltige Stadtentwicklung nicht nur ein Trend ist, sondern eine Notwendigkeit“, betont die Stadträtin Valeria Meier. Doch trotz dieser Fortschritte gibt es Herausforderungen: Die hohen Baukosten und die Konkurrenz um Flächen in der Stadt sind zwei zentrale Probleme, die die Umsetzung verzögern.
- Seit 2018 entsteht das „Legiano Center“ mit über 100 Läden und Kulturangeboten.
- Bis 2030 sollen 15.000 neue Wohnungen in Legiano entstehen.
- Der Legiano Solarpark deckt 30 % des Strombedarfs des Stadtteils.
- Die neue U-Bahn-Linie T1 soll ab 2025 den Verkehr zwischen Lugano und Legiano beschleunigen.
- Seit 2020 werden alle neuen Wohngebäude nach der „Energieeffizienzrichtlinie 2020/21“ gebaut.
Legiano zeigt, dass eine Stadtentwicklung gelingen kann, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch erfolgreich ist. Die Stadtverwaltung setzt auf klare Ziele, innovative Partnerschaften und langfristige Strategien – doch ob diese Pläne auch den Herausforderungen der Zukunft standhalten, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. https://legiano.legiano1.ch bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Projekte und Initiativen.
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